Der Bonner Kunstverein nach der Renovierung durch die Architekten Marie-Céline Schäfer und Karsten Weber, 2007. Foto: Petra Warrass
Der Bonner Kunstverein nach der Renovierung durch die Architekten Marie-Céline Schäfer und Karsten Weber, 2007. Foto: Petra Warrass
Der Bonner Kunstverein nach der Renovierung durch die Architekten Marie-Céline Schäfer und Karsten Weber, 2007. Foto: Petra Warrass
Der Bonner Kunstverein nach der Renovierung durch die Architekten Marie-Céline Schäfer und Karsten Weber, 2007. Foto: Petra Warrass
Der Bonner Kunstverein nach der Renovierung durch die Architekten Marie-Céline Schäfer und Karsten Weber, 2007. Foto: Petra Warrass
Der Bonner Kunstverein nach der Renovierung durch die Architekten Marie-Céline Schäfer und Karsten Weber, 2007. Foto: Petra Warrass
Der Bonner Kunstverein nach der Renovierung durch die Architekten Marie-Céline Schäfer und Karsten Weber, 2007. Foto: Petra Warrass

Renovierung des Bonner Kunstvereins

Die besondere Qualität des Bonner Kunstvereins wird durch die Verbindung der Förderung der lokalen und regionalen Szene und der Rolle eines Vorreiters im internationalen Kontext charakterisiert. Um diese Rolle weiterhin wahrnehmen zu können und um als Ort des Sehens und des Dialoges auch für die kommenden Jahre tragfähig zu bleiben, mussten die Räume des Kunstvereins einer längst überfälligen Sanierung unterzogen werden.

1985/86 haben die Architekten Haus Rucker & Co (heute Ortner Baukunst) den Komplex der ehemaligen Blumenhalle zum heutigen Kunstverein umgebaut. Auf Empfehlung der damaligen Planer hat der Bonner Kunstverein im vergangenen Jahr das junge Architektenteam rheinflügel baukunst, Düsseldorf, mit der Planung der Instandsetzung beauftragt. Die rheinflügel-Architekten Karsten Weber und Marie-Céline Schäfer waren bereits mehrfach bei der Neugestaltung von Räumen für die Kunst aktiv (u.a. für den Kunstverein in Düsseldorf, die Kunsthalle in Düsseldorf (2002) und das Museum Folkwang in Essen (2004).

Im Frühling des Jahres 2004 hat der Bonner Kunstverein erfolgreich eine Benefiz-Auktion zugunsten der Renovierung organisiert. Über 60 international bekannte Künstler haben ein Werk gespendet, und das Auktionshaus Christie´s hat die Auktion ehrenamtlich durchgeführt. Dabei sind rund 100.000 EUR als erster finanzieller Grundstein zusammen gekommen.

Bei der Renovierung ging es in erster Linie um die Beseitigung zahlreicher altersbedingter Abnutzungserscheinungen. Zudem wurde mit der Renovierung eine Optimierung der Raumverhältnisse realisiert. Zum einen geht es um einen besseren Umgang mit bestehenden Räumen zu Gunsten der künstlerischen und kuratorischen Arbeit. Zum anderen geht es um mehr Besucherfreundlichkeit.

Ausstellungshalle:
Nach zwanzig Jahren Spielzeit waren die Wände durch den wechselnden Ausstellungsbetrieb abgenutzt. Die flexiblen Wände waren bei weitem nicht mehr so beweglich, wie sie es einst waren. Der Arbeitsaufwand und somit die Kosten bei Ausstellungsaufbauten waren dadurch unverhältnismäßig hoch.
Realisiert wurde eine leicht wechselbare und zugleich kostenfreundliche, praktikable Ausstellungsarchitektur, die gleichzeitig die bestehenden Gegebenheiten (Ausstellungen junger Kunst, begrenztes Budget) berücksichtigt. Die nun realisierte Gliederung erleichtert die künstlerische und kuratorische Praxis im Bonner Kunstverein: Die Ausstellungshalle hat einen Einbau (Kubus) erhalten. Dieser gliedert die Halle in einen kleineren und einen größeren Raum. Daneben können in Zukunft einige flexible Wandelelemente zum Einsatz kommen, die den Raum zusätzlich variieren können. Der Hallencharakter bleibt bestehen.

Eingang: Besucherfreundlichkeit
Der Bonner Kunstverein präsentiert nicht nur Ausstellungen, sondern ist auch Treffpunkt, um gemeinsam über das Gezeigte zu diskutieren. Der Eingang ist vergrößert, lässt mehr Licht ins Entree einfallen und macht zugleich die Nutzung des Vorplatzes als Sitzplatz möglich. Im Eingangsbereich steht ein Kiosk. Hier können Eintrittskarten und Kataloge des Kunstvereins erstanden werden. Ebenso erhält man hier einen Kaffee und kann in zahlreichen Kunstzeitschriften, Magazinen und Zeitungen blättern.

Im Eingangsbereich finden auch Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen und Vorträge statt. In regelmäßigen Abständen ändert sich auch die Erscheinung des Eingangsbereiches durch künstlerische Interventionen. Der Vorplatz, der mit zwei weiteren Instituten geteilt wird (Künstlerforum, gkg), muss in einem zweiten Anlauf saniert werden. Vorab wird 2007 Monika Sosnowska (*1972, lebt in Warschau) ein künstlerisches Projekt im Außenraum realisieren und damit den Auftakt machen zur Diskussion, wie mit dem Außenraum in Zukunft umzugehen ist.

Artothek: Mehr Präsenz und besserer Zugang
Die Artothek erhält ihren Platz im Erdgeschoss, gleich hinter dem Kiosk. Der Zugang zu dieser wichtigen Dienstleistung, die der Bonner Kunstverein zusätzlich zu den Ausstellungen leistet, verbessert sich damit vehement. Die Artothek erhält mehr Ausstellungsfläche, die eine bessere Präsentation der über 1000 Werke, die zur Ausleihe zu Verfügung stehen, ermöglicht.

Probleme der Raumaufteilung: Technik - Bibliothek
Platzmangel herrschte in der Technik. Vor allem die zwischengelagerten, flexiblen Wandelemente nahmen bisher viel Platz ein. Ebenso war der gesamte Schriftentausch sowie die interne Bibliothek behelfsmäßig im eigentlichen Lagerraum untergebracht. Die Technik hat nun mehr Raum, da die Bibliothek im ehemaligen Artotheksraum unterkommt. Die Bibliothek, die stetig durch den Schriftentausch mit anderen Instituten wächst, erhält damit ihren eigenen Ort im oberen Stockwerk (bisher Artothek) und wird öffentlich zugänglich.

Das „Glashaus“, ehemals als Café genutzt, bietet heute die Möglichkeit, als Sitzungszimmer oder als Unterkunft für Künstler während der Aufbauphase genutzt zu werden. Es kann in Zukunft auch an Dritte vermietet werden.

Technik ist mehr als Technik:
Essay von Martin Berke zum Umbau des Bonner Kunstvereins.
Fotografie: Petra Warrass.
Download als PDF.