



Workshops für chronisch Suchtkranke aus der Caritas-Einrichtung Villa Noah, Bonn
seit 2011
Das Projekt mit einer Gruppe von chronisch Suchtkranken der Bonner Caritas-Einrichtung entwickelte sich aus der Intention, gerade Menschen aus schwierigen sozialen Verhältnissen oder in problematischen Lebensumständen den Zugang zu zeitgenössischer Kunst zu ermöglichen und etwas von der gesehenen und erlebten künstlerischen Praxen in den Alltag zu tragen. Kontinuität ist wichtiger Bestandteil des Konzeptes.
Die Workshops finden, entsprechend den Ausstellungslaufzeiten des Kunstvereins, in zeitlichen Abständen von 2 – 3 Monaten statt. Eine Gruppe von 6 – 10 Klienten, die in betreuten Einrichtungen der Caritas leben, nehmen teil. Die Workshops bestehen zum Einen aus einer Führung bzw. einem Gespräch in der Ausstellung und zum Anderen aus einem „praktischen Teil“, der u.a. Raum bietet für den experimentellen Umgang mit Fotografie, Video, Handwerk, Malerei oder Sprache. Die Dokumentation der Workshops ist fester Bestandteil, auch im Hinblick auf eine geplante abschließende Publikation.
Christopherusschule (LVR- Förderschule) Bonn in der Ausstellung "Ofen aus" von ANDREAS FISCHER
Montag, 21. Dezember 2009
Der Künstler ANDREAS FISCHER erfindet und baut Objekte und Maschinen aus alltäglichen Materialien,etwa aus einem Fön oder einem Wischmob. Seine Skulpturen bewegen sich nicht nur, sondern geben Geräusche und Sätze von sich. Mit Anna Dietz gingen die Schüler mit ihren Lehren auf Entdeckungsreise: Viele Einzelteile kannten die Schüler aus ihrem Alltag. Welche Geschichte mochten die einzelnen Elemente der Skulpturen zuvor gehabt haben? Hatten sie auch eine Botschaft für uns? Was machte uns Angst, brachte uns zum Lachen oder animierte einfach zum Mitmachen?
Mit der Nachahmung von Sprache und Bewegungen konnten die seltsamen, komplexen Objekte ein bisschen besser verstanden werden.
Bewohner des Blumenhofs im Gespräch mit der Künstlerin KRISTINA LEKO
Dienstag, 8. Dezember 2009
Die Ausstellung "Ein glückliches Heim der Gerechtigkeit und Liebe" der Künstlerin Kristina Leko beschäftigte sich mit Erfahrungen, Sichtweisen und Bedürfnisse hinsichtlich Architektur, Wohnen und Zusammenleben in der Bonner Nordstadt.
Ein Teil der Ausstellung war den Bewohnern des sozialen Wohnprojektes Blumenhof gewidmet, der in unmittelbarer Nachbarschaft des Kunstvereins liegt. Dazu gehörte das großformatige Wandbild auf dem Vorplatz des Bonner Kunstvereins ebenso wie Videos, Interviews und Texte im Ausstellungsraum, die das Leben im Blumenhof darstellten.
KRISTINA LEKO und das Team des Bonner Kunstvereins gestalteten einen Abend für alle Bewohner des Blumenhofes. Neben einer Führung durch das Haus und durch die Ausstellungen gab es eine anschließende Diskussionsrunde: Hat das Projekt Ihre Erwartung erfüllt? Ist eine Ausstellung wie diese geeignet, um auf soziale Missstände aufmerksam zu machen? Welche Initiativen könnten das Leben im Blumenhof verbessern?
Gesamtschule Bonn Bad Godesberg in den Ausstellungen "Ofen aus" von ANDRESAS FISCHER und "Ein glückliches Heim der Gerechtigkeit und Liebe" von KRISTINA LEKO
Montag, 21. Dezember 2009
Die Ausstellungen von KRISTINA LEKO und ANDREAS FISCHER gaben Anlass zu grundlegenden Fragen an die Schüler der 6c von der Gesamtschule Bonn Bad Godesberg: Was ist für euch Kunst? Was erwartet und erhofft ihr von einem Museum? Wie unterscheidet sich der Bonner Kunstverein von einem "klassischen" Museum?
Die Künstlerin KRISTINA LEKO beschäftigt sich mit Kriterien des glücklichen Lebens- bzw. Zusammenlebens. Dafür hat sie unter anderem Aussagen von Bewohnern des Blumenhofs, des Jugendzentrums "Uns-Huus", des Wohnungslosenheims "Prälat-Schleich-Haus", sowie des Senioren- und Pflegeheims "Marienheim" in Form von Video-Interviews, Fotografien und Bildern zusammengetragen.
Zusammen mit Anna Dietz stellten sich auch die Schüler zunächst der Frage, was für sie Lebensqualität ausmacht und wie das Leben in einer Gemeinschaft verbessert werden könnte. Zudem wurde darüber diskutiert, wer denn in der Ausstellung nun eigentlich der Autor der Kunst sei - KRISTINA LEKO oder die befragten Teilnehmer?
Die kinetischen Skulpturen des Künstler ANDREAS FISCHER führten einmal mehr zu der Frage, was wir von Kunst bzw. dem Medium Skulptur erwarten. Muss Kunst aus wertvollen Materialien sein? Darf Kunst auch zum Lachen bringen? Muss Kunst einen eindeutigen Sinn ergeben?
Die Ergebnisse des Workshops wurden in Aufsätzen der Schüler gesammelt.
