PETER MERTES STIPENDIUM 2008:
GESINE GRUNDMANN
UND MONIKA STRICKER

9. Mai– 5. Juli 2009
Freitag, 8. Mai 2009
Eröffnung

 

GESINE GRUNDMANN, Ohne Titel, 2009, Wollmischgewebe, 150 x 330 cm © Bonner Kunstverein und Künstlerin
MONIKA STRICKER, Wisteria, 2008, Marmor, Stoff, künstliche Fingernägel, Vorhang, Goldfolie Ausstellungsansicht Clages, Köln

GESINE GRUNDMANN (*1974, lebt in Köln) studierte am Londoner Goldsmiths
College und später an der Düsseldorfer Kunstakademie bei den Professoren TONY CRAGG und HUBERT KIECOL und war Meisterschülerin von ROSEMARIE TROCKEL. Den Ausgangspunkt ihrer Arbeiten bilden Materialien, zum Beispiel Stoff, Metall, Holz oder auch Kunststoff, die sie in ihrer unmittelbaren Umgebung vorfindet. Ganze Objekte oder auch nur Fragmente unterzieht GRUNDMANN einer differenzierten Betrachtung. Billige Ausgangsmaterialien werden oft ausgetauscht und durch einen viel höherwertigen Rohstoff ersetzt – so zum Beispiel im Falle einer Konservendose aus Platin. Dagegen wird glasfaserverstärkter Well kunststoff, wie er in der Schnellbauweise verwendet wird, zu minimalistischen, offenen Kuben geformt. Indem  GRUNDMANN die Oberfläche des beige-weißen Materials in einem aufwendigen Prozess abschleift, werden einzelne Fasern als Maserung sichtbar und der sonst glänzende Ausgangs stoff mattiert. Ihre minimalistischen Arbeiten oszillieren zwischen industrieller Massenfertigung und Handarbeit, Hoch- und Minderwertigkeit, Design- und Alltags objekt und lassen den Betrachter im unsicheren Raum zwischen Schein und Sein. Ihre Arbeiten für den Bonner Kunstverein entstanden während ihres Arbeits aufenthaltes in Tel Aviv, Israel, 2008/09.

 


MONIKA STRICKER (*1978, lebt in Düsseldorf) studierte an der  Kunstakademie Düsseldorf bei RITA McBRIDE und MAGDALENA JETELOVÁ, bevor sie ihr Studium als Meisterschülerin von RITA McBRIDE abschloss.
Wie GRUNDMANN arbeitet auch STRICKER in den Medien Bildhauerei und Installation. Die Künstlerin verhandelt in ihren Arbeiten Formen und Inhalte der Kunst- und Alltagsgeschichte. Designte Räucherstäbchenhalter – wie auf dem Aufkleber für Mitglieder des Bonner Kunst vereins 09 – befinden sich ebenso darunter wie Kleidung oder Requisiten aus Filmen. STRICKER geht es um die Formsprache ihrer Objekte und deren Bedeutungs zu sammen hänge. Indem sie vorgefundene Formen und Gegen stände in neue Zusammenhänge überführt, untersucht sie deren gegenwärtige oder auch zu künftige Gültigkeit. Oft wirken ihre Arbeiten wie ironische Kommentare, die subtil an feststehenden Begrifflichkeiten, Bedeutungen und Behauptungen zerren. Ihre Arbeit im Bonner Kunstverein setzt sich mit ornamentalen Stammeszeichen, sogenannten Tribals auseinander, wie sie uns heute alltäglich als Tattoo-Motive begegnen.

Ermöglicht durch die Peter Mertes Weinkellerei Bernkastel-Kues