KRISTINA LEKO: EIN GLÜCKLICHES HEIM DER GERECHTIGKEIT UND LIEBE
ANDREAS FISCHER: OFEN AUS
17. Oktober 2009–3. Januar 2010

ANDREAS FISCHER Ausstellungsansicht Bonner Kunstverein, Foto: Alistair Overbruck
ANDREAS FISCHER Ausstellungsansicht Bonner Kunstverein, Foto: Alistair Overbruck
ANDREAS FISCHER Ausstellungsansicht Bonner Kunstverein, Foto: Alistair Overbruck
KRISTINA LEKO Ausstellungsansicht Bonner Kunstverein, Foto: Alistair Overbruck
KRISTINA LEKO Ausstellungsansicht Bonner Kunstverein, Foto: Alistair Overbruck
Kristina Leko: Ein glückliches Heim der Gerechtigkeit und Liebe, 2009, ProjektteilnehmerInnen Marienhaus, Bonn
Kristina Leko: Ein glückliches Heim der Gerechtigkeit und Liebe, 2009, Herr Künas, der blinde Fotograf, Marienhaus, Bonn

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ANDREAS FISCHER: OFEN AUS
Oktober 2009–3. Januar 2010
Freitag, 16. Oktober, 19 Uhr Eröffnung

Der Düsseldorfer Bildhauer ANDREAS FISCHER (*1972 in München, 1997–2002 Meisterschüler von Georg Herold) baut kinetische Objekte, Maschinen und Apparate. Sein Ausgangsmaterial besteht meist aus zerlegten und neu arrangierten technischen Apparaturen, die aus dem gängigen Verwertungszyklus der Unterhaltungselektronik oder der Hausgeräte ausgeschieden sind und nun, mit ähnlich „armen“, einfachen Draht- oder Holzkonstruktionen kombiniert, in neue Funktionen überführt werden.

Die mit handwerklicher Akribie wiederbelebten Relikte erschöpfen sich dabei nie in Bewegungen und Tönen als ästhetischem Wert an sich, sondern transportieren als Werke Inhalte – als mechanische, „lesbare“ Handlungen, oft auch in Textform, durch Sprachaufnahmen von Textfragmenten, aber auch in Form von Bannern und Leuchtschriften. Oft sind es die substanziellen Gefühle und Erwartungen des Betrachters, die FISCHER zum Ausgang seiner Überlegungen nimmt, wie im Falle eines kleinen Zeltes, dessen dem Publikum abgewandte Öffnung neugierig macht, nur um dann zuzuschnappen, sobald der Besucher sich nähert (Tente Jalouse, 2003). FISCHERS Maschinen stellen eine zeitgemäß-kritische Beschäftigung mit der Bildhauerei dar und belegen gleichzeitig das Vertrauen des Künstlers in die utopische und poetische Potenz der Kunst.

Die Ausstellung ist die erste institutionelle Einzelschau des Künstlers, der an zahlreichen prominenten Gruppenausstellungen teilgenommen hat und bereits in renommierten zeitgenössischen Sammlungen (wie dem Museum Ludwig, Köln) vertreten ist. 

 

 

KRISTINA LEKO: EIN GLÜCKLICHES HEIM DER GERECHTIGKEIT UND LIEBE17. Oktober 2009–3. Januar 2010
Freitag, 16. Oktober, 19 Uhr Eröffnung

Sozial schwachen oder prekären Wohngegenden mangelt es meist an Schönheit, an sozialem Potenzial und ebenfalls an Identität. Der Bonner Kunstverein befindet sich in einem solchen Quartier.

EIN GLÜCKLICHES HEIM DER GERECHTIGKEIT UND LIEBE ist Titel eines partizipa torischen Kunst- und Kommunikationsprojektes, das die kroatische KünstlerinKRISTINA LEKO (*1966 in Zagreb, lebt und arbeitet in Köln und Zagreb) für den Bonner Kunstverein und mit Bewohnern in dessen Nachbarschaft entwickelt hat.

In Zusammenarbeit mit dem Blumenhof, der Evangelischen Migrations- undFlüchtlings arbeit, Bonn, und den Caritas-Einrichtungen „Uns Huus“ (Jugendzentrum), „Marienhaus“ (Senioren- und Pflegeheim) und „Prälat-Schleich-Haus“ (Wohnungslosenheim) hat LEKO Erfahrungen, Sichtweisen und Bedürfnisse der Teilnehmenden zu architektonischen Belangen und hinsichtlich des Zusammenlebens heraus gearbeitet. Die Ergebnisse werden in einem großformatigen Wandbild auf dem Vorlatz des Bonner Kunstvereins sowie in dokumentarischen Ausstellungen im Kunstverein und inden teilnehmenden Einrichtungen präsentiert.
Angestrebt ist eine Integration und Verbindung der einzelnen Projektteilnehmer, aber auch der Kunstöffentlichkeit und der Nachbarschaft. Zur Diskussion stehen Schönheit und soziale Verantwortung von Architektur und Wohnen sowie die integrative Förderung und Sensibilisierung für eine kulturellen Teilhabe der gesamten Gesellschaft.

Ausgehend von einer Verantwortung Kunstschaffender innerhalb eines größeren sozialpolitischen Gefüges, knüpft das Projekt von LEKO beispielsweise an Ausstellungen wie die der Artist Placement Group (APG) in den 70er Jahren an. Innerhalb des Rahmenprogramms zur Ausstellung wird es zudem um eine kritische Einordnung des Projektes in die jüngste Gegenwartskunst gehen.

Ein Katalog zur Ausstellung wird im Frühjahr 2010 erscheinen.

BEGLEITPROGRAMM
Freitag, 16. Oktober, 19 Uhr
Eröffnung KRISTINA LEKO und ANDREAS FISCHER

Samstag, 17. Oktober, 12.30 Uhr
Eröffnung KRISTINA LEKO im Marienhaus, Noeggerathstr. 4–8

Dienstag, 20. Oktober, 19 Uhr
Künstlergespräch mit ANDREAS FISCHER Moderation: Paola Malavassi, Museum Ludwig, Köln und Stephan Strsembski

Donnerstag, 29. Oktober, 18 Uhr
Führung im Blumenhof und in den Ausstellungen mit Stephan Strsembski

Donnerstag, 26. November, 19 Uhr
Künstlergespräch mit KRISTINA LEKO. Moderation: Dr. Barbara Engelbach (Kuratorin Museum Ludwig, Köln) und Anna Dietz

Samstag, 5. und Sonntag, 6. Dezember, jeweils 11–18 Uhr Wochenende der Jahresgaben, mit Führungen zum „Lieblingsbild“ und Kinderprogramm KunstStück

Donnerstag, 17. Dezember, 16 Uhr
Führung in „Uns Huus“, Mackestr. 24, und 18 Uhr Führung in den Ausstellungen im Bonner Kunstverein mit Anna Dietz
 

Die Ausstellung KRISTINA LEKO wird gefördert durch die Kunststiftung NRW, die Aktion Kulturallianzen, das Kulturamt der Stadt Zagreb und das Kulturministerium der Republik Kroatien. Mit Unterstützung von Picos Grafik, Holz Bertold, Printfaktor and Ibis Hotels.

Die Ausstellung ANDREAS FISCHER wird gefördert durch Fassbender Tenten: